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Jörn erinnert sich…

Wir haben uns sehr gefreut, Jörn hat sich per mail aus Ostholstein gemeldet


Erinnerung-Joern-BrunkenAm 26. April 1986 explodierte der Block 4 des Reaktors von Tschernobyl.

Radioaktive Stoffe gelangten  in großen Mengen über 1500 m hoch in die Atmosphäre und verteilten sich in wenigen Tagen um den ganzen Erdball.

 

Ich selbst fuhr am 1. Mai 1986 mit dem einjährigen Sohn und meiner schwangeren Frau mit dem Auto heim von Elmshorn nach Hannover. Es begann auf der Fahrt nach längerer Trockenheit zu regnen, und wir wussten, dass dieser Regen Radioaktivität aus Tschernobyl enthielt. Diese unheimliche Fahrt durch den Regen habe ich bis heute nicht vergessen. Daheim hamsterten wir Sojamilch und Milchpulver für den Jüngsten, verließen wochenlang kaum das Haus, ließen zumindest das Kind draußen nicht alleine laufen, nicht krabbeln, nicht im Sand spielen. Wir verfolgten die Nachrichten und mussten erleben, wie die Behörden zur Beruhigung falsche Daten verbreiteten statt uns bestmöglich zu schützen.

 

Dabei war Hannover längst nicht so stark betroffen wie Teile von Bayern und all dies harmlos im Vergleich mit den Ereignissen für die Menschen in Weißrussland, Westrussland und in der Ukraine, wo Tschernobyl nach Schätzungen führender Umweltverbände etwa 50 000 – 100 000 Todesfälle auslöste.

 

Tschernobyl war ein wirklich einschneidendes historisches Ereignis, nämlich die erste vom Menschen geschaffene Katastrophe, die letztlich alle Menschen auf dieser Erde betrifft.

Ich dachte und hoffte damals einfach nur, dieses Unglück müsse doch die Energieversorgung aus Kernenergie weltweit beenden, aber dies geschah in keiner Weise:

Kurz nach Tschernobyl ging bei uns stattdessen sogar noch das Kernkraftwerk Brokdorf neu ans Netz. Dieses ist heute, fünf Jahre nach Fukushima, der letzte noch aktive Kernreaktor in Schleswig-Holstein.

 

Dabei ist es für jeden Einzelnen bei uns durchaus möglich, ganz persönlich aus der Kernenergie auszusteigen: Wenn viele Menschen ihren persönlichen Atomausstieg beschließen und den Stromanbieter wechseln, ist der Kundenverlust ein sehr deutliches Signal an die Betreiber, ihre AKW noch schneller als derzeit geplant stillzulegen. Aber auch die offenen Proteste gegen den Weiterbetrieb der AKW dürfen nicht abreißen – am 24. April werde ich daher bereits zum zweiten Mal auf einer Anti-AKW-Veranstaltung meinen Geburtstag verbringen.

 

Ob auch unser ganzes Land den nach Fukushima 2011 beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie und den Umstieg in eine weitgehend erneuerbare Stromversorgung tatsächlich vollzieht, müssen die kommenden Jahre erst noch zeigen. Die dafür wichtige Frage, welches Schadensrisiko wir mit dem Weiterbetrieb der Kernreaktoren eingehen kann und muss an Tschernobyl und Fukushima gestellt werden.


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